Wogende Lavendelfelder, sonnenverwöhnte, weite Ebenen vor markanten Bergpanoramen mit romantisch auf den Gipfeln thronenden Städtchen- ein Gang durch die Provence.Dank ihrer gnädigen Lage zwischen Italien und den französischen Alpen im Nordosten, der Rhone im Westen und dem Mittelmeer im Süden bietet die Provence alles, was das Urlaubsherz begehrt. Eine in wenigen Wochen kaum zu bezwingende Vielfalt an Natur und Kultur, der sich dieser Artikel über ihre Farben zu nähern versucht.

VIOLETT

Der Lavendel ist, zumindest aus der Ferne betrachtet, das Markenzeichen der Provence. Im Hochsommer entfalten die sich über ganze Landstriche hinwegziehenden Felder in der flimmernden Hitze ein hypnotisches Farbspektakel, welches durch den intensiven Duft der Sträucher noch verstärkt wird. Besucher, die das menschengemachte Naturereignis nicht verpassen wollen, sollten jedoch darauf achten, die Hochprovence oder den Vau­cluse vor Erntebeginn ab circa Mitte Juli zu bereisen. Denn mit dem Schnitt des Lavendels verschwindet auch das Blütenmeer. Die typisch provenzalischen Lavendel-Produkte sind natürlich ganzjährig erhältlich.

Neben seinem essenziellen Beitrag zu Parfums, Bade- und Waschsubstanzen hat das blaue Kraut auch eine therapeutische Kraft und wirkt ebenso beruhigend auf entzündete Hautpartien wie auf die psychische Gesundheit. Ob getrocknet oder als ätherisches Öl, ob in Seife, als Honig oder als Gewürz – sogar auf Leinwand hat der Lavendel eine besondere Strahlkraft. Seine leuchtende, ausdrucksstarke Farbe war stilprägend für die expressionistische Phase van Goghs, der während seines Aufenthalts in Arles und Saint-Remy de Provence stolze 350 Landschaftsbilder malte. Am besten ist natürlich: vor Ort sein und einatmen!

ROSÉ

Mit 977.600 Hektolitern Wein pro Jahr und einem Anbaugebiet von über 20.000 Hektar ist die Apellation Côtes de Provence das weitaus größte Weinanbaugebiet der Provinz. 90 Prozent der dort gekelterten Weine sind Rosés. In der Tat ist jede dritte Weinflasche, die die Franzosen kaufen, ein Rosé, denn er schmeckt aromatisch frisch und leicht fruchtig, passt zu allen Gerichten und entspricht dem Lebensstil der Menschen im Land. Der Verband der Winzer, der „Conseil Interprofessionnel des Vins de Provence“ (CIVP), unterteilt den hier hergestellten Rosé in sechs Töne. In der Reihenfolge ihrer Beliebtheit sind dies: Pfirsich, Melone, Mango, Grapefruit, Mandarine und Johannisbeere.

Vor Ort zu genießen, ist daher ein MUSS. Zum Beispiel in einer Stadt, die ebenfalls von den Farben der frühen Abenddämmerung durchdrungen ist und gleichermaßen Innbegriff des südfranzösischen Savoir-vivre: Aix-en-Provence. Die vom Alter gebeugten, eng aneinandergedrängten pastellfarbenen Häuser des mittelalterlichen Stadtkerns sind der perfekte Rahmen für ein abendliches Gläschen. Und stimmungsvolle Plätze mit Cafés und Bistros gibt es reichlich, u. a. am und um den Place Forum des Cardeurs. Der schönste provenzalische Markt der Stadt findet täglich auf dem Place Richelme statt, einem weiteren Platz voller Straßencafés unter alten Platanen.

Ein perfekter Ort für einen Künstler! Weshalb auch der hier geborene Impressionist und spätere Kubist Paul Cezanne immer wieder in die Provence und nach Aix zurückkehrte, um die Farben der Menschen und Landschaften einzufangen. Seinen Spuren folgend kann man heute den Familiensitz, den Jas de Bouffan, besichtigen, in dem der junge Cezanne zahlreiche Wandmalereien hinterlassen hat. Auch sein etwas abseits auf einem Hügel gelegenes Atelier ist öffentlich zugänglich. Empfehlenswerter als dieses, und buchstäblich naheliegender, ist jedoch ein Besuch im Musée Granet im alten Palais de Malte. Es ist eine der ältesten und reichsten Kunststätten Frankreichs, umfangreich renoviert und voller wunderschöner Gemälde der größten Künstler ihrer Zeit sowie sehenswerter archäologischer Artefakte.

Prägend für das Flair der ehemaligen Hauptstadt der Provinz Provence ist zudem der hohe Anteil an Studenten. Ob beim Durchkämmen der Altstadtgassen oder beim Flanieren über die Prachtmeile, den Cours Mirabeau, mit seinen eleganten Adelshäusern und alten Hotels aus dem 17. und 18. Jh., überall in Aix herrscht lebhaftes Treiben. Da hilft nur: mitreißen lassen!

GRÜN

Zwischen den Hügeln des Louberon und dem durch die Tour de France bekannten Mont Ventoux bricht sich die Sorgue ihre Bahn aus den Felsmassiven des Vaucluse. Die „Source de la Sorgue“, die Quelle des Flusses, liegt in einem abgeschlossenen Tal am Fuß einer 230 Meter hohen Kalksteinfelswand, die dem Fluss seine smaragdgrüne Farbe verleiht. Der Flussverlauf leitet Wanderer, Fahrradfahrer und Kanufahrer vorbei an spektakulären Steinformationen, durch wild wachsende Vegetation bis hin zu der schmucken Kleinstadt L’Isle sur Sorgue. Ein Spaziergang durch die charmanten Altstadtgassen des ehemaligen Fischerdorfs führt immer wieder über Kanäle und Seitenarme der Sorgue und sorgt für üppiges Ufergrün. Unzählige Schaufelräder erinnern an frühere Handwerksbetriebe, die die Stadt im 18. und 19. Jh. prägten: Ölmühlen, Weizen, Seide, Papier, Wollfabriken, Teppiche, Färbereien sorgten für Wohlstand und regen Handel auf den Wochenmärkten. Heute sind einige der Märkte fest in der Hand der 300 Antiquitätenhändler des Orts und ziehen Tausende Liebhaber von Trödel, Kitsch und echten Schätzchen an. Aber auch der landwirtschaftlich geprägte provenzalische Markt und der schwimmende Markt im August wahren alte Traditionen.

BLAU

Inseln der ganz anderen Art entzücken immer mehr Besucher des provenzalischen Teils der Côte d’Azur. Und das, obwohl sie auf ihre Autos verzichten müssen, da die Hyerischen Inseln unter Naturschutz stehen. Insbesondere die Ile de Port-Cros besticht mit ihrer reizvollen, unberührt scheinenden Landschaft, die es per Pedes und mithilfe gut beschilderter Wegstrecken zu erkunden gilt. Manche lichte Stelle auf den dicht bewachsenen Hügeln der kleinen Insel gibt den Blick frei auf alte Festungsanlagen und tiefblaue, immer noch einsame Buchten. Am Strand von La Palud stößt der Naturfreund sogar auf einen Unterwasserlehrpfad – einen nahtlosen Übergang von dem oberirdischen Vogelparadies in den maritimen Teil des Nationalparks mit seinen bunten Fischschwärmen. Wer nicht nur schnorcheln, sondern tiefer tauchen möchte, bleibt auf dem Festland vor den Inseln, um von den Tauchpunkten bei Giens aus Zackenbarsche von bis zu 1,50 m Größe zu bewundern oder eines der berühmten Schiffswracks zu erkunden. Selbstverständlich kann man an den zumeist kleinen Stränden dieser Gegend auch einfach nur baden gehen. Noch dazu, ohne sich mit Tausenden anderer Badegäste um einen Platz für sein Handtuch streiten zu müssen wie in den weit berühmteren Küstenorten der Provence, darunter Nizza, Cannes und St. Tropez.

OCKER

Vor allem entlang der touristisch noch vergleichsweise unentdeckten südfranzösischen Gebirgskette des Luberon markieren zerklüftete Felsen ebenso wie die steinernen Fassaden und Terrassen der Bergdörfer ihr Revier in einem warmen Rote-Orange-Ton, dem mehrere Farbpigmenthersteller sogar einen Namen gewidmet haben. Über Roussillon führt der „Sentier des Ocres“, ein Wanderweg auf den Spuren des Ocker, an kaminförmig in die Höhe ragenden Felsen und Ockerminen vorbei zu einer ehemaligen Ockerfabrik, in der man bis heute Becken, Öfen, Mühlen und Färbe-Gärten besichtigen kann. Wie genau das Blut und Gold der Provence aus der Erde geholt wurde, lässt sich in den Ockerbrüchen von Broux nachvollziehen, wo im 19. Jh. kathedralenartige Stollen in das Felsmassiv gesprengt wurden, die sich 50 km weit in die gelb-rote Unterwelt graben.

Im als Naturpark unter Schutz gestellten Luberon sind darüber hinaus fünf der „schönsten Dörfer Frankreichs“* zu entdecken, darunter das imposant auf einem Felsvorsprung gelegene Dorf Gordes. Winklige Treppenfluchten, steile, gepflasterte Gässchen, schmale, mehrstöckige Häuschen – alles scheint an den Felsen Halt zu suchen und bahnt sich den Weg zu dem alles überragenden Chateau de Gordes, einem Rennaissance-Schloss, das auf Burgmauern aus dem 11. Jh. ruht. Die pittoreske Altstadt bietet nicht nur wunderbare Fotomotive, viele kleine Restaurants, Bäckereien, Weinkeller, Obstgärten und ein, trotz des hohen Besucheraufkommens, immer noch traditioneller Wochenmarkt lädt zum Probieren der regionalen Köstlichkeiten ein.

Campingplätze für TABBERT Fans

Camping les Fontaines*****

In der urprünglichen und hügeligen Landschaft des Vaucluse im Schatten des Mont Ventoux liegt der großzügig angelegte und
luxuriös ausgestattete Platz mit Angeboten für jedes Alter.

www.campingfontaines.com

Le Luberon****

Ebenfalls mit einem großen Freizeitangebot punktet der Le Luberon im Herzen des gleichnamigen Naturparks und ist ideal für Familien mit kleineren Kindern.

www.campingleluberon.com

Camping La Sorguette***

Der idyllische Campingplatz liegt direkt bei Isle sur Sorgue am Wasser und ist der perfekte Ausgangspunkt für Radfahrer, Wanderer und Wasserratten.

www.camping-sorguette.com

La Source****

Im Naturpark von Verdont am Lac de Sainte Croix liegt diese Quelle der Erholung. Wassersport und ein Städtchen mit Geschäften, Restaurants und Märkten bieten schon vor Ort viel Abwechslung.          

www.camping-la-source.eu

 

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