Verwegen, verwunschen, verklärt – die zerklüftete Landschaft, die von Gewalt geprägte Geschichte und die vermeintlich unverwüstlichen Bewohner der Highlands haben den Norden Schottlands zu einem Hort von Mythen und Legenden gemacht. Tatsächlich liegen nicht nur das Land, sondern viele Aspekte seiner Vergangenheit im Nebel. Was aber bleibt und die unterschiedlichsten Besucher anlockt, sind eine einmalige Natur mit unzähligen Flüssen und Seen sowie Hunderte von Sehenswürdigkeiten von Steinkreisen bis hin zu Kirchen, Burgen und Schlössern. Auch die schottischen Gastgeber sind eine Reise wert, denn wie ihre Heimat stecken sie voller Geschichten und sind überaus freundliche, leidenschaftliche und, im Gegensatz zum Vorurteil, großzügige Gastgeber. Ideal für eine Reise im eigenen TABBERT.

Schon irgendwie kleinkariert: die Highland Clans
Bereits die keltischen Pikten und Skoten pflegten eine Art Sippenherrschaft, die jenen der späteren Clans sehr ähnlich war: Die Oberhäupter sprachen Recht, boten Schutz und sorgten für eine mehr oder weniger gerechte Verwaltung. Man bestellte das Land gemeinsam und griff im Kriegsfall gemeinsam zum Schwert, um es zu verteidigen. Natürlich gab es unter den Familienverbänden auch Streitereien und gewaltsame Auseinandersetzungen, die Kenneth MacAlpin aus dem Clan der MacAlpines dazu nutzte, sich im 9. Jh. n. Chr. zum ersten König ganz Schottlands zu machen. Dass auch der Boden dem König gehört und er ihn nach eigenem Gutdünken an seine Untertanen verteilen konnte, war eine Tradition, die erst die Normannen aus Frankreich mit nach England brachten. Und der auch die schottischen Clan Chiefs nicht lange widerstehen konnten: Sie begannen, Steuern zu erheben, und ihre erstgeborenen Söhne erbten die Herrscherwürde ihrer Väter. Was blieb, war der eher väterlich-freundschaftliche Umgang mit den Untergebenen.

Hochlandrind

Die gutmütigen und robusten Hochlandrinder bleiben das ganze Jahr auf der Weide. Obwohl sie schon seit 200 Jahren in den Highlands gezüchtet werden, ist heute Deutschland das größte Zuchtgebiet.

Die Jakobiten, Bonnie Prince Charlie und das Verbot des Clan Tartans
Erst im 16. Jh. konnte man die Mitglieder bestimmter Clans an ihren „Tartans“ erkennen, dem Schottenmuster, aus dem ihre Kilts gemacht sind. Die charakterstarke Tracht der Clans samt Sporran, Gürtel, Dolch, Strumpfbändern und Stulpen ist dabei ebenso filmreif wie die Geschichte ihres Untergangs:
Nach Jahrhunderten des Krieges um Land, Macht und Glauben gegen die herrschsüchtigen Engländer versammelten sich 3.000 Highlander 1745 unter der Standarte des aus ihrer Sicht rechtmäßigen Königs von Großbritannien, Charles Edward Stuart. Für ihren „Bonnie Prince Charlie“ starteten sie einen zunächst beängstigend erfolgreichen Feldzug in den Süden. In der Nähe von Inverness, in Culloden, endete der Aufstand jedoch in einem schrecklichen Blutbad. Mit den von den „Rotröcken“ brutal durchgesetzten Verboten von Waffen, Landessprache, Kilt und Dudelsack und der „Highland Clearances“, der Vertreibung der Gälischsprachigen zugunsten der Schafzucht, war das Clan-System am Ende.

Inverness
Geografisch werden die Highlands von einem tektonischen Graben zerschnitten, dem Great Glen. Um Transportschiffen den Weg durch die wilde See im Norden Schottlands zu ersparen, hat man schon im frühen 19. Jh. die in der Talkette befindlichen Seen, darunter der Loch Ness, untereinander verknüpft und mit den Meeren zu beiden Seiten des Landes verbunden.
Am nördlichen Ende des Canals liegt „Inbhir Nis“, die Hauptstadt der Highlands und nördlichste Stadt Großbritanniens. 60.000 Schotten leben im Schatten des Inverness Castle. Das direkt am Fluss thronende Wahrzeichen der Stadt ist ein pompöses Gerichtsgebäude aus dem 19. Jh. und wird auch heute noch für die Rechtsprechung genutzt. An gleicher Stelle stand jedoch schon im 11. Jh. eine Burg aus Holz. Hier regierte Macbeth, wenngleich nicht so grausam, wie von William Shakespeare geschildert.
Von hier wendet man sich mit dem TABBERT Gespann am besten zunächst am River Ness entlang Richtung Süden. An geduckten alten Häuserzeilen und liebevoll gepflegten Blumenbeeten vorbei geht es auf die Ness Islands und später ans andere Flussufer. Der Rückweg führt zur Kathedrale und Universität. Möchte man sich mit dem Kilt und der Highland-Tracht vertraut machen, lohnt sich ein Besuch des „Highland House of Fraser“. Traditionelle Mitbringsel findet man wunderschön inszeniert im Victorian Market – einer reichlich verzierten geschlossenen Markthalle aus dem späten 19. Jh. voller kleiner Geschäfte und historischer Denkanstöße.

Schotte

Ein Kilt ist kein Rock, sondern ein 5 m langes Stück Stoff, von dem ein Teil um die Hüfte gegürtet und ein Teil über die Schulter gelegt wird.

Fort William, Ben Nevis und Glen Nevis
Am südwestlichen Ende des Caledonian Canal liegt Schottlands selbsternanntes „Outdoor Capital“, Fort William, Zentrum und Ausgangspunkt für Naturabenteuer aller Art. Hier wartet Großbritanniens höchster Berg auf seine Besteigung: der Ben Nevis. Das gleichnamige Tal, das Glen Nevis, gehört zu den malerischsten Landstrichen der Highlands. Besonders beliebt ist eine Wanderung zu den spektakulären Steall Falls. Mit 120 m Fallhöhe sind sie zwar nur die zweithöchsten Wasserfälle in Schottland, dafür aber deutlich leichter erreichbar als der 200 m hohe „Eas a‘ Chual Aluinn“ ganz im Norden des Landes.
Leider ist von der Geschichte und Kultur der Highlands in Fort William selbst nicht viel übrig geblieben. Unbedingt sehenswert ist „Neptune’s Staircase“, eine Schleuse am Ende des Caledonian Canal und ein Meisterwerk viktorianischer Architektur. Der romantischste Ort in der Gegend ist Glencoe inmitten des von Vulkanen und Gletschern geprägten Lochaber Geoparks. Ebenfalls in der Nähe steht der aus den Harry-Potter-Filmen bekannte Glenfinnan-Viadukt. Um ihn zu überfahren, nimmt man den „Jacobite Steam Train“ – eine 135 km lange Rundtour vorbei an Bergen, Flüssen und Seen, durch das beschauliche Örtchen Arisaig bis hin zum lebhaften Fischereihafen Mallaig an der Westküste.

Campingplätze für TABBERT Fans

Loch Ness Shores
Dieser ganzjährig geöffnete „Scottish Caravan Park of the Year 2017“ liegt am ruhigeren Südufer des Sees und hat sich durch sein ökologisches Bewusstsein einen Namen gemacht. Die Serviceeinrichtungen werden gut bewertet und es gibt in den Highlands durchaus willkommene Annehmlichkeiten wie z. B. Fußbodenheizung in den Sanitäranlagen sowie Verpflegungs und Freizeitmöglichkeiten vor Ort. Viele bekannte Sehenswürdigkeiten sind von hier aus schnell zu erreichen und es gibt einige nette Orte in der Nähe, darunter Fort Augustus, Cannich und Drumnadrochit. www.lochnessshores.com

Der Glen Nevis Caravan & Camping Park liegt in dem gleichnamigen Tal am Ufer des River Nevis. Ein hervorragender Ausgangspunkt vor allem für Wanderer und Wasserbegeisterte, denn der Fluss ist ein Paradies fürs Canyoning, Kayaking und White Water Rafting. Auf dem Platz selbst gibt es ein Restaurant und ein kleines Geschäft, weitere Essens- und Einkaufsmöglichkeiten gibt es reichlich im naheliegenden Fort William. www.glen-nevis.co.uk/campsite

Fort George
Wer ein echtes Fort sehen will, sollte die von König George II nach dem Sieg über die Jakobiten in Auftrag gegebene größte militärische Befestigungsanlage in Großbritannien besuchen. Die Garnisonsgebäude, die unzähligen Artilleriegeschütze und die überragende Waffensammlung verdeutlichen die Macht ebenso wie die Ängste der Engländer in jener Zeit.

Loch Ness und Urquhart Castle
Zwar hat auch nach Jahrhunderten der Suche niemand das Ungeheuer im Loch Ness gefunden, dennoch streifen jährlich 240.000 Besucher auf der Suche danach um den See. Seine ungewöhnliche Tiefe und das aufgrund des Torfes fast schwarze Wasser haben aber auch ganz ohne Nessie eine mystische Ausstrahlung, die vom häufigen Nebel und der verwegenen Landschaft zusätzlich unterstrichen wird.
Prominent am Rand der gleichnamigen Bucht gelegen wacht die Ruine des Urquhart Castle über das Westufer des Loch Ness. Hier verbannte Sankt Columba, der erste christliche Missionar im Reich der Pikten, das Wasserungeheuer im 6. Jh. in die Tiefen des Sees. Besucher des großen Wohnturms versinken inmitten verfallener Mauern in 1.000 Jahren Geschichte. Von ritterlichen Zwisten über blutige Clan-Fehden bis hin zum Kampf um Krone und Vaterland.

Castles und Kastelle der Highlands
Neben zahlreichen malerischen Burgruinen gibt es im nördlichen Schottland auch sehr viele völlig intakte, und häufig sogar noch bewohnte, Schlösser. Die älteren wirken dabei eher festungsartig, die jüngeren sind architektonisch teilweise märchenhaft verspielt und scheinen kaum in die raue Landschaft zu passen. Die denn auch entsprechend gezähmt wurde: Die Schlösser sind umgeben von detailverliebt gestalteten Gärten, die ebenso viele Besucher anziehen wie die Schlösser selbst. So zum Beispiel das an Neuschwanstein erinnernde Dunrobin Castle direkt an der Nordsee mit seinen unzähligen Türmchen, Erkern und Fenstern. Die 189 Zimmer des Schlosses beeindrucken mit antikem Mobiliar und geschichtsträchtigen Ausstellungsstücken wie Dudelsäcken, Trinkgefäßen (Quiachs), Gemälden und Jagdwaffen. Der nach französischem Vorbild angelegte Garten steht im spannenden Kontrast zur direkt dahinter befindlichen rauen See.
Auch das deutlich ältere Cawdor Castle ist innen weniger Burg, als das Äußere vermuten lässt. Der ursprüngliche Wohnturm aus dem 15. Jh. beherbergt u. a. einen beeindruckend großen Saal mit Minnesängergalerie, ein mit prachtvollen Gobelins verhängtes Schlafzimmer und eine bis in die Mitte des 20. Jh. genutzte alte Burgküche. Außerdem verfügt das Schloss über gleich drei Gärten, darunter einen Irrgarten aus der Rennaissance.

Eilean Donan -Schottisches Schloss

Eilean Donan ist eine der besonders malerisch gelegenen Burgen der Highlands und war eine Feste des mächtigen MacKenzie-Clans.

Whiskey & Destillerien
Über 100 aktive Destillerien brauen das jahrhundertealte schottische Nationalgetränk bis heute – jede auf ihre ganz eigene Art. Generell sind die Brände der Highlands aber eher kräftige, vollmundige Single Malts, die häufig sehr torfig oder rauchig ausfallen. Einige Whiskeys, wie der aus Dalwhinnie in Inverness-Shire, der höchstgelegenen Brennerei des Landes, sind überraschend fein im Geschmack. Bei anderen meint man, die Ursprünglichkeit ihrer Herkunft herauszuschmecken, wie den immer noch original auf der Farm hergestellten Edradour Whiskey.
Die älteste und beschaulichste Destillerie der Highlands ist Balblair mit ihren Vintage Whiskeys. Schon das Alter der Anlagen sorgt für einen einzigartigen Geschmack und man kann auf akribisch dokumentierte Erfahrungen aus zwei Jahrhunderten des Whiskey-Brennens zurückgreifen. Genaueres darüber erfährt der Gast in dem zur Brennerei gehörenden Besucherzentrum. Balblair bietet aber auch Touren und Verkostungen an.

Die Highland Games
Ob Tauziehen, Bergrennen und Baumstammwerfen oder Highlandtänze und Dudelsackklänge – die Highland Games erlauben es Teilnehmern und Touristen, die Lebensweise und Kultur der Clans mit viel Spaß, und durchaus auch ein wenig Ehrgeiz, nachzuvollziehen. Ihr Ursprung findet sich im 11. Jh. und hatte zunächst rein gar nichts mit Vergnügen zu tun. Die Wettkämpfe boten den keltischen Königen die Möglichkeit, aus ihren Untergebenen die schnellsten Boten und die stärksten Männer zum Schutze der königlichen Majestäten und ihrer Familien herauszupicken. Erst seit dem 19. Jh. wurden die Highland Games ein Teil der „Heritage Events“, geselligen Zusammentreffen der Clans mit Paraden, schottischer Musik und traditionellen Tänzen, die im Sommer jedes Wochenende irgendwo auf den Inseln, in Schlossanlagen oder in Städten und Gemeinden stattfinden.

Die bekanntesten Highland Games

  • Das Braemar Gathering steht unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Monarchen, der in der Regel auch anwesend ist.
  • Bei den Lonach Highland Gathering & Games wird besonderer Wert auf den Erhalt der gälischen Sprache und auf traditionelle Highland-Kleidung gelegt.
  • Die Loch Lomond Highland Games haben den höchsten sportlichen Anspruch, u. a. weil hier das World Heavyweight Championship der Scottish Highland Games Association ausgetragen wird

 

 

TABBERT Club MagazinWeitere spannende Artikel finden Sie auch in unserem Kundenmagazin – exklusiv für TABBERT CLUB-Mitglieder! Jetzt kostenlos CLUB-Mitglied werden und jede Menge Vorteile sichern!

zur Anmeldung