Tief im Frankenland, der Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt, liegt auch die älteste Whiskydestillerie Deutschlands: die Blaue Maus. Ein Familienunternehmen mit noch nicht allzu viel Tradition, dafür aber mit dem von Whisky-Kritiker Jim Murray bis heute am besten bewerteten Single Malt Whisky Deutschlands.

Ausgezeichneter Single Malt Whisky made in Germany

 

Stolze 97 von 100 Punkten verlieh Whisky-Papst Jim Murray der Whiskydestillerie Blaue Maus 2015 für den sehr runden und dennoch würzigen „Spinnaker“ mit seinen blumigen, leicht ins Nussige tendierenden Obstnoten und dem trockenen Kakaogeschmack im Nachklang.

Destilliert wurde der Single Cask Malt Whisky bereits im Juni 1988 und damit erst wenige Jahre, nachdem sich der Lebensmittel- und Tabakwarenhändler Robert Fleischmann überhaupt an der Branntweinherstellung versuchte. Zunächst experimentierte er mit Korn, Zwetschgen und Kirschen, bis ihm der für die Kontrolle der Brennerei in Eggolsheim-Neuses zuständige Zollbeamte Walter Schaub riet, es einmal mit dem Anmaischen von Malz zu versuchen. Der laut Fleischmann äußerst gelehrige Beamte wusste, wovon er sprach. Nicht nur, weil er die gute Qualität der Gerste und Mälzereien in der Region und das Potenzial darin erkannte, sondern auch, weil er vom Brennen selbst sehr viel verstand. Bis heute gilt sein Leitspruch: „Guter Rohstoff und sich beim Destillieren Zeit lassen“. Auch Robert Fleischmanns Sohn Thomas besteht auf dem positiven Effekt der Destillation bei niedrigen Temperaturen. Gerne zitiert er seine Mutter, die meint, „man muss sich vor die Brennblase knien und den Schnaps herausbeten“, denn ansonsten habe man „einfach nur Alkohol“. Mit mindestens sieben Jahren Lagerung bekommt der Whisky in der Blauen Maus Destillerie auch im Anschluss noch reichlich Zeit, um mehr Geschmack zu entfalten. Viele andere Whiskys werden schon nach drei Jahren abgefüllt.

Marine-Fan und Destilleriegründer Robert Fleischmann gab den Blaue Maus Whiskys ihre originellen Namen.

Wie sein Vater nippt auch Thomas Fleischmann nur selten einmal an seinen Whiskys – die Nase entscheidet über die Qualität.

Die Familie Fleischmann setzt neben der Zeit ganz auf die Qualität und den Geschmack der verschiedenen Malzsorten. Ihrer Ansicht nach haben weder das Wasser noch die Vorbereitung der Fässer irgendeinen Einfluss auf den Geschmack von Whisky. „Wenn aus der Brennerei nichts Gescheites rauskommt, hilft auch das Fass nichts“, so Thomas Fleischmann. Weshalb sie die Fässer auch nicht „toasten“ oder ausbrennen und nur die eigenen Fässer wiederverwenden, anstatt, wie andere Brennereien, gebrauchte Sherry- oder Portfässer für die Lagerung der Brände zu benutzen.

Am wichtigsten für den Geschmack eines Whiskys ist die Gerste, glaubt man den Fleischmanns, nicht etwa das Fassholz.

Überhaupt vergleicht man sich bei der Blauen Maus nur ungerne mit anderen Destillerien. Zwar hat Thomas Fleischmann 2013 zusätzlich zu den zwei bestehenden Destillationsapparaten zwei neue Brennblasen angeschafft, um nach klassischem schottischem Vorbild arbeiten zu können, aber messen möchte man sich nicht mit den Urvätern der Whisky-Brennerei. Auch die in den letzten Jahrzehnten in ganz Deutschland gegründeten Whiskydestillerien sorgen in der Familie nicht für Katerstimmung. Weil die Fleischmanns sich sicher sind, dass sich Qualität verkauft, und, weil ihre Brennrechte ohnehin nur eine gewisse Herstellungsmenge zulassen. Als Abfindungsbrennerei füllen sie pro Brenneinheit keine 800 Liter im Jahr ab. Die großen deutschen Whiskyhersteller kommen auf zehntausend und mehr. „Wir sind nicht die Schönsten oder die Größten, wir machen unser Ding, geben unser Bestes und die Kundschaft entscheidet“, erklärt Gründersohn Thomas. Vater und Sohn selbst entscheiden mit der Nase über die Qualität ihrer Produkte. Sie trinken keine Schnäpse und machen auch bei der Fassöffnung keine Ausnahme, sondern überlassen es einigen nahestehenden Freunden und Whiskykennern, über den Geschmack der neuen Abfüllung zu urteilen.

Vater, Mutter, Tochter, Schwiegertochter und Sohn – die gesamte Familie Fleischmann brennt für ihre Whiskys.

In dem für die Nachbarschaft immer noch als Tante-Emma-Laden fungierenden Geschäft der Blaue Maus Destillerie in Neuses werden 10 Hauptsorten Whisky sowie ein paar Fassstärken und Jubiläumsjahrgänge und einige Obstbrände verkauft. Dazu kommen mit den edlen Whiskys verfeinerte Köstlichkeiten wie Kuchen, Pralinen, Marmeladen und Senfsorten. Der Laden wird mit fränkisch-resoluter Hand von den Damen des Hauses geführt, die es den Kunden jedoch gerne erlauben, ihre Nase in diverse Gläser zu stecken. Wer die Gelegenheit nutzt, wird den Fleischmanns recht geben: Schon der Geruch überzeugt von der herausragenden Qualität und Einzigartigkeit der Whiskys aus der Blaue Maus Destillerie.

DIE HERSTELLUNG VON SINGLE MALT WHISKY


1. Das Mälzen der Gerste
Alkohol wird durch Gärung aus Zucker erzeugt. Um den Zucker in der Gerste freizusetzen, wird sie befeuchtet und zum Keimen gebracht. Hat der Keim eine gewisse Länge erreicht, wird der Prozess jäh unterbrochen, indem die feuchte Gerste mit Heißluft bzw. Feuer getrocknet wird. Enthält das Brennmaterial Torf, erhält auch das Malz eine rauchige Torfnote. Nur die wenigsten Unternehmen mälzen noch selbst, Brauereien und Destillerien beziehen ihr Malz aus Großmälzereien. Wählerische Produzenten wie die Fleischmanns achten dabei jedoch extrem auf die Sorte und Qualität der Gerste.


2. Die Gärung
Das fertige Malz wird gemahlen und im Maischebottich mit heißem Wasser vermischt, um den Zucker zu lösen. Mit speziellen Hefekulturen versetzt wird die Zuckerlösung in große Bottiche gefüllt, in denen die Hefe den Zucker in 2 bis 4 Tagen in Alkohol umwandelt. Dadurch entsteht eine Bier-Vorstufe.


3. Das Brennen
Die Maische wird dann in einer Brennblase aus Kupfer erhitzt, der Alkoholdampf aufgefangen und kondensiert, um in einer weiteren Brennblase erneut erhitzt zu werden. Weil die Brenntemperaturen und die Form der Brennblase über den Verdampfungsprozess bestimmen, beeinflussen sie auch den Geschmack des Whiskys.


4. Die Lagerung
Der erneut kondensierte, noch farblose Roh-Whisky wird in Spirit Receivern aufgefangen und, in der Regel, in ausgebrannte Eichenfässer gefüllt, um dort für mindestens drei Jahre zu lagern. So hat der Whisky Zeit, etwas von den in dem Eichenholz enthaltenen Aromen aufzunehmen. Die Herkunft und Behandlung der Fasshölzer sind eine Philosophie für sich. Viele Brennereien behaupten, sie seien entscheidend für den Geschmack des Whiskys. Thomas Fleischmann bejaht zwar, dass ein Destillat aus dem gleichen Jahr und dem gleichen Malz aus zwei unterschiedlichen Fässern durchaus unterschiedlich schmeckt, der grundsätzliche Geschmack sei aber immer und ausschließlich auf das Malz zurückzuführen.


5. Das Abfüllen
Whisky muss drei Jahre im Fass reifen, bevor er überhaupt so genannt werden darf. Danach entscheidet der Betreiber, wie viel Ruhe er seinem Brand noch gönnt. Der „Spinnaker“ in Fassstärke, der von Whisky-Papst Jim Murray mit 97 Punkten ausgezeichnet wurde, war 28 Jahre alt.


Whisky on no Rocks, please
Whisky-Kenner genießen ihren Malt aus einem Nosing-Glas, um alle Aromen optimal riechen und schmecken zu können. Tumbler sind nur etwas für Laien, die ihren Whisky mit Eis und Cola „verunglimpfen“.

Gute Ideen brauchen Platz. Neben Geschäft, Destillerie und Showroom gibt es in Neuses auch ein Blaue Maus Restaurant sowie einen Online-Shop!

Weitere Infos zu Destillerie finden Sie unter: www.fleischmann-whisky.de

 

 

Online-Shop

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