Hochöfen, Gasometer und Fördertürme prägen bis heute das Gesicht des Ruhrgebiets und sind wichtige Zeugen der 150-jährigen industriellen Vergangenheit des Reviers. Sie zeugen aber auch von dem sich vollziehenden Strukturwandel der Region zur heutigen „Metropole Ruhr“. Auf der 400 km langen Route der Industriekultur wird das Erbe der Region im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar.

Viele der ehemaligen Produktionsstätten – nicht wenige davon stehen unter Denkmalschutz, und der industrielle Komplex Zollverein hat es sogar zum UNESCOWelterbe gebracht – sind keine Orte wehmütiger Erinnerung, sondern haben sich längst zu „lebendigen“ industriekulturellen Räumen und attraktiven Veranstaltungsorten mit touristischer Anziehungskraft entwickelt.
Zum Kern der Route der Industriekultur gehören 25 sogenannte Ankerpunkte, darunter zahlreiche auch überregional bedeutende Museen wie das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, 13 bedeutende Siedlungen verschiedener Epochen sowie 17 als „Panoramen der Industrielandschaft“ bezeichnete Aussichtspunkte, die meisten davon auf den aus Abraummaterial des Bergbaus aufgeschütteten „Bergehalden“. Auf den Straßen des Reviers weisen braune Hinweisschilder mit Richtungsangaben den richtigen Weg. Am Rande der eigentlichen Route sind daher auch noch viele weitere interessante Objekte zu entdecken.
Wer Auto und TABBERT auch mal stehen lassen möchte, kann einige der Highlights der Industriekultur mit dem Fahrrad hautnah erleben. 700 km Radwegenetz helfen bei der Suche der schönsten Strecken, z. B. auf ehemaligen Bahntrassen, attraktiven Ufer- und Waldwegen oder verkehrsarmen Straßen. Gut die Hälfte der Radwege wurde vom ADFC als Qualitätsroute mit drei bzw. vier Sternen zertifiziert.

 Erzbahn, Bochum © RVR, Berns

Auch mit Bus und Bahn lässt sich die Route bequem bereisen, sollte es die Urlaubsgemeinschaften an unterschiedliche Ziele locken. In der Saison bieten Ausflugsschiffe auf Rhein, Ruhr und den Kanälen sowie mehrere Touristikbahnen zusätzliche Fahrerlebnisse.
Wo früher Schornsteine rauchten und Hunderttausende Bergleute via Förderkorb über 1.000 m in den Berg einfuhren, finden heute unzählige Veranstaltungen und Feste statt, die dem Gast die Gelegenheit bieten, die Qualität und Vielfalt dieser einmaligen Mischung von Industriekultur-, Kultur- und Naturlandschaft zu erleben und den offenen und herzlichen Menschenschlag im Ruhrgebiet kennenzulernen.

UNESCO-WELTERBE ZECHE ZOLLVEREIN

Die international bekannte und schon zu Betriebszeiten zur „schönsten Zeche der Welt“ erklärte Förderstätte ist das Wahrzeichen des Ruhrgebiets. Die vollständig erhaltenen Anlagen der Zeche und Kokerei repräsentieren exemplarisch die soziale, ökonomische, ästhetische sowie industrielle Geschichte des Kohle- und Stahlzeitalters. Als größte Touristenattraktion der Region lädt das UNESCO-Welterbe heute Täglich Tausende Besucher dazu ein, Geschichte, Design, Architektur, Ausstellungen, Kulturangebote und vieles mehr an einem der faszinierendsten Orte der Industriegeschichte zu entdecken, z. B. bei einer Führung im Denkmalpfad ZOLLVEREIN® – den im Originalzustand erhaltenen Übertageanlagen der Zeche und Kokerei –, bei einem Besuch im Ruhr Museum oder bei einem Spaziergang im Zollverein Park.
www.zollverein.de

 Zeche Zollverein, Essen © Jochen Tack

DEUTSCHES BERGBAU-MUSEUM BOCHUM

Das weltweit größte Ausstellungshaus seiner Art wird seit 2016 saniert und die Dauerausstellung des technikhistorischen Museums neu konzipiert, um in vier Rundgängen die thematischen Schwerpunkte Steinkohle, Mensch und Bergbau, Georessourcen sowie Kunst und Kultur in modernster Form zu vermitteln. Zentrale Elemente wie das Anschauungsbergwerk und der Seilfahrtsimulator sind jedoch durchgehend für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf dem gut 1 km langen, untertägigen Streckennetz werden der Alltag unter Tage und die technische Entwicklung im Steinkohle-Bergbau für den Besucher erlebbar. Auch das Fördergerüst kann ab Sommer 2018 wieder bestiegen werden. Von hier reicht der Blick weit über das Ruhrgebiet und über die – durch die Zechenlandschaft geprägte – Region. Im Ausstellungserweiterungsbau DBM+ werden verschiedene Sonderausstellungen gezeigt.
www.bergbaumuseum.de

TIGER & TURTLE – DER ZAUBERBERG VON DUISBURG

Aus der Ferne betrachtet verspricht die metallisch schimmernde Form der an eine Achterbahn erinnernden, aufsehenerregenden, Großskulptur „Tiger & Turtle – Magic Mountain“ das Erlebnis außergewöhnlicher Beschleunigung. Hat der Besucher jedoch den Hügel erklommen, wird ihm klar, dass die Skulptur nur zu Fuß zu erobern ist: Das Bauwerk des Hamburger Künstlerduos Heike Mutter & Ulrich Genth auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe im Duisburger Stadtteil Angerhausen ist 20 m hoch und kann bis auf den Looping bis zu einer Höhe von 13 Metern begangen werden. Dermaßen entschleunigt schreitet der Besucher die Windungen der Achterbahn ab und nimmt die umliegende industrielle Kulturlandschaft des westlichen Ruhrgebiets aus immer wieder unterschiedlichen Perspektiven wahr. Auch nachts bietet „Tiger & Turtle – Magic Mountain“ ein ungewöhnliches Seherlebnis. Die Skulptur erscheint als leuchtendes Lichtband am Himmel.

Tiger & Turtle, Duisburg © RVR, Berns

EMSCHER LANDSCHAFTSPARK

Mit der Stilllegung der Zeche Ewald im Jahr 2000 begann eines der größten und spektakulärsten Landschaftsprojekte im Ruhrgebiet. Eine kulturräumliche Veränderung rund um die Bergehalden Hoheward und Hoppenbruch, welche die größte zusammenhängende Haldenlandschaft des Steinkohlebergbaus in Europa bilden. Heute bilden die ehemaligen Aufschüttungen der benachbarten Bergwerke Recklinghausen II, Ewald, Schlägel & Eisen und General Blumenthal/Haard eine abwechslungsreiche Landschaft mit spektakulären Panoramen für Wanderer, können aber auch mit dem Fahrrad oder Segway erkundet werden. Moderne Schatzsucher begeben sich hier gerne auf GPS-Geocaching-Tour.
www.landschaftspark-hoheward.de

AUSSICHTSPUNKT UND DENKMAL HOHENSYBURG

Die am steilen Westhang des Sybergs in ehemals strategisch günstiger Lage errichtete sächsische Wallburg „Sigiburg“ wurde 775 vom fränkischen Heer Karls des Großen erobert. Der Bau der ersten steinernen Syburg wird auf 1150 datiert. Im Jahr 1287 ließ Graf Engelbert III. Von der Mark die Burg zerstören, um das Raubrittertum der Burgherren zu unterbinden. Heute beherbergt die Burgruine eine Gefallenen-Denkstätte und das am 30. Juni 1902 enthüllte Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Heute ist die Hohensyburg ein beliebtes Ausflugsziel und Fotomotiv in landschaftlich schöner Lage. Zur Erkundung bieten sich eine Reihe von ausgeschilderten Wanderwegen rund um die Ruine und ins Ruhrtal an, ebenso wie ein Bergbauwanderweg, der Einblicke in die Anfänge des Steinkohlebergbaus gibt.

EISENBAHNMUSEUM BOCHUM

Hier erleben Sie Eisenbahngeschichte zum Anfassen! Mit über 120 Schienenfahrzeugen aus der Zeit von 1853 bis zur Gegenwart gehört das Eisenbahnmuseum Bochum heute zu den größten seiner Art in Deutschland. Einige Fahrzeuge sind noch immer betriebsfähig und regelmäßig im Einsatz. In einem original erhaltenen Bahnbetriebswerk mit 20-Meter Drehscheibe und historischem Ringlokschuppen kann man sie alle sehen: die kleine Feldbahnlok ebenso wie den eleganten Schnellzug-Renner. An Sonn- und Feiertagen pendelt der Wismarer Schienenbus von 1936, liebevoll „Schweineschnäuzchen” genannt, zwischen dem Eisenbahnmuseum und dem S-Bahnhof Dahlhausen. An jedem dritten Sonntag von April bis Oktober können die Besucher auf dem Führerstand einer Lokomotive mitfahren. Hier werden nicht nur Kinderträume wahr!
www.eisenbahnmuseum-bochum.de

UMSPANNWERK RECKLINGHAUSEN

„Elektrizität in jedem Gerät“. Was vor 90 Jahren noch ein Versprechen der Werbung war, ist heute unser Alltag. Die Geschichte dazu erzählt das Museum Strom und Leben auf 2.500 m2 Ausstellungsfläche in vier Gebäuden, zu denen auch das denkmalgeschützte Umspannwerk Recklinghausen aus dem Jahr 1928 gehört. Auf ihrer Zeitreise erfahren die Besucher an Beispielen aus Industrie, Handwerk und Haushalt, wie rasant der Strom in wenig mehr als 100 Jahren unser Leben revolutioniert hat. Eine Besonderheit des Hauses sind seine vielen anfassbaren Objekte. Dazu gehören riesige Plasmakugeln, eine fast 100-jährige Straßenbahn, alte Haushaltsgeräte und schon „historische” Videospiele wie „Ping” und „Tetris”.
www.umspannwerk-recklinghausen.de

RUHR.TOPCARD – TOP FÜR ABENTEUERLUSTIGE

Die RUHR.TOPCARD bietet das ganze Jahr über einmalig kostenfreien Eintritt bei über 90 Ausflugszielen. Zoos wie der Zoo Dortmund, Freizeitbäder wie das Solebad Wischlingen und Personenschifffahrten sind ebenso vertreten wie Kunstmuseen und Industriedenkmäler. Zusätzlich können mehr als 40 weitere Partner, darunter Freizeitparks wie der Movie Park Germany, Sportangebote, Theater & Varietés, beliebig oft zum halben Preis besucht werden. Mit der RUHR.TOPCARD sparen Sie allein beim Besuch der Eintritt-frei-Partner bis zu 750 Euro an Eintrittsgeldern!

Ihr Preisvorteil: Als TABBERT CLUB Mitglied zahlen Sie 48€ anstatt 54€ für die RUHR.TOPCARD für Erwachsene!

Da die RUHR.TOPCARD keine Stellplätze vermittelt, bitten wir Sie, unsere unten stehenden Stellplatzempfehlungen zu berücksichtigen. Weitere Informationen zur RUHR.TOPCARD finden Sie unter:
www.ruhrtopcard.de

CAMPING IM RUHRGEBIET

  • Camping Hohensyburg **** (weiter östlich bei Dortmund) und im Grünen gelegen, direkt am Ruhrtalradweg)
  • Erholungspark Wehlingsheide **** (nördliche Mitte bei Datteln)
  • Camping Ruhrbrücke, keine Kategorisierung, bei Hattingen direkt an der Ruhr

 

Die Route der Industriekultur ist eine Reiseempfehlung von ferienstraßen.info

Weitere Informationen:
RVR Route Industriekultur
Kontakt: info@route-industriekultur.de
www.route-industriekultur.de

Titelbild: © Jochen Tack

 

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