„Später im Leben zählt nur die Goldmedaille.“ Bernhard Sitter, Besitzer und Gastwirt aus Niederbayern, wollte mit seiner Frau eigentlich nur bei einem österreichischen Freund essen gehen. Kam jedoch mit einer lebensverändernden Idee zurück: 2005 wurde er zu Deutschlands erstem Diplom-Biersommelierwirt, bekanntem Bier-Guru und internationalem Preisrichter.

Geschichten vom Bier – abgezapft bei Deutschlands erstem Biersommelierwirt

Bernhard Sitter, erster Biersommelier Deutschlands, TABBERT WohnwagenBernhard Sitter, der erste Biersommelierwirt Deutschlands, übernahm das elterliche Wirtshaus bereits 1983. Damals hatte es noch 6 Tische, heute umfasst das Landhotel sechs urige Gaststuben.

„Bier ist gemütlich“ stellt der Wirt und Inhaber des Bier- und Wohlfühlhotels Gut Riedelsbach, Bernhard Sitter, fest, wenn er nach der ungewöhnlichen Namensfindung gefragt wird. Und tatsächlich fühlen sich auch die Gäste sehr wohl mit der Kombination aus bieriger Gemütlichkeit in einem rund 1.000 m² beanspruchenden „Wohlfühl-Paradies“ inklusive Sauna, Hallenbad, Außenwhirlpool und Ruheräumen. Auch ein Sudhaus mit „Bernhards Bayrischem Bierbottichbad“ gehört dazu, wo Erholungsuchende in einem Mix aus Hefe, Biersud, reinem Badeöl und Bier abtauchen.

Zutaten, die der größten Leidenschaft Bernhard Sitters entspringen, dem Bier. So veranstaltet Sitter neben regelmäßigen Hausführungen, in denen die Geschichte des Gutes und die vor Ort produzierten Lebensmittel und Biere präsentiert werden, auch internationale Bierproben mit bis zu 50 Bieren. Der Eintritt zum hauseigenen, größten Bierbrauereimuseum der Welt ist dabei kostenlos. Aber er macht Appetit – zum Beispiel auf ein 5-Gänge-Menü mit Bierbegleitung. Ein kulinarisches Erlebnis, das es so in Deutschland noch nirgendwo gegeben hatte.

Bernhard Sitter, erster Biersommelier Deutschlands, TABBERT Wohnwagen
Bernhard Sitter, erster Biersommelier Deutschlands, TABBERT Wohnwagen
Wortgewandt und auskunftsfreudig schwelgt Sitter in seinen aufgaben als Gastronom, biersommelierwirt und Preisrichter.

Bier – eine ganz eigene Geschmackswelt
Überhaupt orientiert sich der Wirt gerne an den Gebräuchen aus der Welt des Weins und ließ sich 2005 konsequenterweise als erster Wirt im Land zum Biersommelier ausbilden. Ein Lehrgang, in den sich zuvor nur Bierbrauer aus Deutschland eingeschrieben hatten. Die zum damaligen Zeitpunkt noch wenig bekannten und begehrten Kurse erfreuen sich heutzutage großer Beliebtheit unter Menschen aus der Brauzunft, sodass man mit einer Wartezeit von bis zu 3 Jahren rechnen muss, will man ebenfalls Biersommelier werden.

Auch die Zeiten, in denen Biersommeliers insbesondere von den Winzerkollegen belächelt wurden, sind längst vorbei. „Alle Welt weiß heutzutage, wie viele verschiedene Biere es gibt – vom Jahrgangsbier bis hin zum Bier mit Mangogeschmack“, erklärt Sitter, „außerdem hat Bier 7.000 Inhaltsstoffe, Wein nur 2.000“. Auch mit Wein kennt er sich also aus und bietet seinen Gästen eine entsprechend fachkundige Auswahl an Rebsäften an. Im Gegenzug kommt ein sehr erfolgreicher, mit Sitter befreundeter, Weinsommelier aus Österreich gerne einmal vorbei, um sich mit exklusiven Bieren einzudecken.

Figur Bernhard Sitter, erster Biersommelier Deutschlands, TABBERT Wohnwagen

Clogs Bernhard Sitter, erster Biersommelier Deutschlands, TABBERT WohnwagenNie ohne Lederhose, nie ohne Clogs – Unikum Bernhard Sitter bleibt in vielen Dingen unerschütterlich.

Denn „normales Fernsehbier“, wie der häufig als Bier-Guru bezeichnete Sommelier es nennt, gibt es in seinem Gasthaus nicht. Unter den über 100 dort ausgeschenkten Bieren findet sich aber auch deshalb so mancher Exot, weil Bernhard Sitter häufig zum Preisrichter berufen wird. Einige der ausgezeichneten Biere beeindrucken ihn dann persönlich so sehr, dass er sie in sein Sortiment aufnimmt. Obschon er am liebsten seine eigenen Biere trinkt, gibt er offen zu, dass es Bayern allein schon auf ca. 4.000 Weltklasse-Biere bringt. Hinzu kommt eine Anzahl neuerer, etwas „gewagterer“ Biersorten aus dem Ausland, von denen die meisten nur deshalb nicht dem Reinheitsgebot entsprechen, weil ihnen neben den traditionellen Inhaltsstoffen einfach noch ein, zwei weitere natürliche Zutaten beigefügt werden. Wie zum Beispiel Koriander und Schale von der Bitterorange im Belgischen Wit (Weißbier) oder auch Honig, gegen den nach Sitters Meinung überhaupt nichts einzuwenden sei. Für die Zukunft prognostiziert er einen Anstieg der Sauerbiere. Hierfür werden Bakterien gezielt verwendet, um das Bier sauer zu machen. Der Sommelier selbst bevorzugt Herberes und trinkt meistens Pils, mag aber auch das hauseigene blonde Sitter Bräu oder das Hopfenfestbier vom Schwiegersohn.

Wie der Vater, so die Söhne – hier widmet man sich dem Bier
Denn auf dem Gut Sitter tummeln sich 2 weitere Biersommeliers, die den Gästen und Brauereibesuchern bei der Auswahl eines Bieres gerne behilflich sind: der eigene Sohn Bernhard ( junior) sowie Schwiegersohn Marco. Und nicht nur der Geschmack für ein gutes Bier liegt in der Familie, auch die Gastlichkeit ist Tradition. Schon seit die Großeltern das Gut Riedelsbach 1951 einem unehelichen Sohn König Ludwigs III. abgekauft hatten, begann seine touristische Entwicklung. Trotzdem blieb die Landwirtschaft mit Fleischrindern erhalten und wurde sogar erheblich erweitert. Artgerecht, versteht sich.

So lässt es sich in den „bierigen Gaststuben“ ebenso gut essen wie trinken. Auch der „bierige Braugarten“ lohnt den Besuch. Wer länger verweilen möchte, übernachtet in einem der 2015 renovierten Zimmer des Landhotels. Vielleicht eine gute Idee nach der Bierverkostung – obwohl sich Bernhard Sitter ausdrücklich gegen den übermäßigen Genuss von Bier ausspricht und die von der Medizin empfohlene Tageshöchstmenge zitiert: „0,9 l Bier für den Mann, 0,7 l für die Frau“ und „bei Starkbieren ist natürlich besondere Vorsicht geboten.“ Man wird also öfters mal einkehren müssen im Gut Riedelsbach, um Sitters Biervielfalt wirklich kennenzulernen.

Bierkrüge Bernhard Sitter, erster Biersommelier Deutschlands, TABBERT WohnwagenAuch die Einrichtung erzählt von Sitters größter Leidenschaft. Neben vielen traditionellen Bieren können seine Gäste hier mutigere Varianten aus den USA oder dem Chiemgau kosten, wo die junge Brauerei Camba erfolgreich ihre Experimentierfreude beweist.

Bier- und Wohlfühlhotel Gut Riedelsbach e.K.
Familie Sitter
D-94089 Neureichenau
Gut Riedelsbach 12
Tel.: +49 8583/ 96040

 

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